Toubkal – 4.167 m
2-Tages-Tour auf den höchsten Berg Nordafrikas – mit Hüttennacht, Eselkarawanen und Sonnenaufgang am Gipfel.
Besteigung des Jebel Toubkal
Der Toubkal ist mit 4.167 Metern der höchste Berg Nordafrikas. Die Tour startet im Berberdorf Imlil und führt über die Toubkal-Hütte bis hinauf zum Gipfel mit spektakulärer Aussicht über den Hohen Atlas.
Key Facts
Eine ganz besondere Bergtour
Die Toubkal-Besteigung unterscheidet sich deutlich von klassischen Alpen-Touren. Unterwegs begegnet man Berberdörfern, Eselkarawanen und einer beeindruckenden, oft kargen Hochgebirgslandschaft.
Besonders eindrucksvoll war die Stimmung am frühen Morgen beim Gipfelaufstieg – mit Sonnenaufgang über dem Atlasgebirge.
Die 2 Etappen
Imlil → Toubkal Refuge
Zustieg durch Täler und Dörfer, begleitet von Eselkarawanen und Berberküche.
↑ ca. 1.400 m · HüttennachtToubkal Refuge → Gipfel → Imlil
Früher Gipfelaufstieg mit Sonnenaufgang und langer Abstieg zurück nach Imlil.
↑ ca. 1.000 m · ↓ ca. 2.400 mFotos von der Tour
Imlil → Toubkal Refuge
Von Imlil ging es langsam hinein in die Bergwelt des Hohen Atlas. Immer wieder begegneten uns Eselkarawanen, die Ausrüstung, Lebensmittel und Gepäck transportierten.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich die Toubkal-Hütte auf etwa 3.200 Metern Höhe – Ausgangspunkt für den Gipfelaufstieg.
Toubkal Refuge → Gipfel → Imlil
Noch vor Sonnenaufgang starteten wir Richtung Gipfel. Mit Stirnlampen ging es Schritt für Schritt höher, während langsam die ersten Sonnenstrahlen über den Atlas kamen.
Nach einer kurzen Gipfelpause begann der lange Abstieg zurück nach Imlil – müde, aber mit unvergesslichen Eindrücken.
Tag 1 – Anreise nach Imlil & Aufstieg zum Refugium
Im Mai 2023 ging es endlich los – unsere Tour auf den höchsten Berg Nordafrikas. Wir, vier befreundete Pärchen aus NRW, wollten einmal etwas anderes erleben als unsere bisherigen Touren in Deutschland oder den Alpen.
Da eine von uns gebürtige Marokkanerin ist, war schnell klar, dass es ins Atlasgebirge nach Marokko gehen sollte. Ziel war der Jbel Toubkal, den die meisten von uns bis dahin gar nicht kannten.
Nach wochenlanger Recherche stand unsere Reise schließlich fest. Aufgrund der vielen positiven Bewertungen hatten wir im Bergdorf Imlil beim Riad Atlas Imoula ein komplettes Rundum-Paket gebucht.
Said, unser Gastgeber, organisierte alles perfekt – individuell auf unsere Gruppe abgestimmt.
Am 17.05. ging es also los – unsere Tour in ein für uns fremdes Land. Wir waren aufgeregt, voller Vorfreude, angespannt und neugierig … irgendwie alles gleichzeitig oder immer wieder im Wechsel.
In Marrakesch wurden wir von einem Fahrer abgeholt, der uns ins etwa 70 Kilometer entfernte Bergdorf Imlil brachte. Für marokkanische Verhältnisse war das Wetter eher schlecht: Regen und ungewöhnlich niedrige Temperaturen. Auf über 4.000 Metern sollten sogar Temperaturen von bis zu -20 Grad herrschen. Unsere Anspannung wurde dadurch eher größer als kleiner.
Nach etwa einer Stunde Fahrt mit vielen neuen Eindrücken erreichten wir Imlil. Said hatte bereits den Kamin angemacht und brachte uns erst einmal Tee – den es in Marokko wirklich überall und jederzeit gibt.
Nach einem traditionellen Abendessen mit Kichererbsensuppe und Tajine besprachen wir gemeinsam die Tour der kommenden Tage. Mithilfe einer Landkarte erklärte Said den Ablauf unserer Tour.
Am 18.05. begann unsere eigentliche Tour. Gemeinsam mit zwei Guides, zwei Köchen und zwei Mulis machten wir uns gegen 9:30 Uhr auf den Weg Richtung Jbel Toubkal.
Mein Mann blieb aufgrund seiner Knieprobleme in Imlil und unternahm dort mit einem Guide zwei kleinere Touren im Atlasgebirge. Für uns andere stand heute der Aufstieg zum Refugium Moflon an – etwa 1.500 Höhenmeter lagen vor uns.
Der Weg war technisch einfach, landschaftlich jedoch wunderschön und deutlich grüner, als wir es erwartet hatten. Immer wieder mussten wir den entgegenkommenden Mulis Platz machen, die Ausrüstung und Gepäck transportierten.
Gegen 13 Uhr machten wir Mittagspause und wurden von unseren beiden Köchen versorgt. Das Essen war während der gesamten Tour hervorragend: typisch marokkanisch, reichlich und unglaublich lecker.
Gegen 17 Uhr erreichten wir das Refugium. Dort war es allerdings eisig kalt. Holz für den Kamin gab es leider nicht – ein deutlicher Hinweis darauf, wie arm die Region teilweise ist.
Strom gab es offiziell erst ab 17 Uhr, tatsächlich funktionierte er aber erst gegen 18 Uhr. So saßen wir zunächst frierend und erschöpft im Dunkeln. Manche nahmen es mit Humor, andere eher weniger.
Spätestens als unsere Köche heißen Tee, Kichererbsensuppe und Tajine servierten, hob sich die Stimmung aber wieder deutlich.
Nach dem Essen wurde viel geredet: über den vergangenen Tag, den bevorstehenden Gipfelaufstieg und die halbe Nacht im 20-Betten-Lager.
Tag 2 – Gipfeltag am Jbel Toubkal
Die meisten von uns schliefen unruhig, weshalb wir froh waren, um 3:15 Uhr endlich aufstehen zu können. Alles wurde angezogen, was irgendwie warm hielt – denn wie befürchtet lagen die Temperaturen bei etwa -18 Grad.
Es war still. Jeder war mit sich selbst, seiner Ausrüstung und den eigenen Gedanken beschäftigt.
Gegen 4:15 Uhr starteten wir schließlich, ausgestattet mit Stirnlampen, Handschuhen, Mützen, Halstüchern und gemischten Gefühlen.
Vor und hinter uns sah man die Lichter anderer Gruppen, die sich langsam den Berg hinauf bewegten.
Im Gegensatz zum Vortag war der Weg nun deutlich anspruchsvoller. Hauptgrund war die extreme Kälte. Die Schneefelder waren über Nacht komplett vereist, sodass man sie nur mit größter Vorsicht überqueren konnte.
Beeindruckend war, wie hilfsbereit alle Guides miteinander umgingen – unabhängig davon, zu welcher Gruppe sie gehörten.
Nach anstrengenden vier Stunden und weiteren 900 Höhenmetern erreichten wir schließlich den Gipfel des Jbel Toubkal – bei strahlendem Sonnenschein.
Die Euphorie hielt sich wegen der eisigen Temperaturen allerdings in Grenzen, sodass wir nach wenigen Minuten bereits wieder den Rückweg antraten.
Zurück am Refugium wurden wir erneut von unseren Köchen versorgt und machten uns danach in ausgelassener Stimmung an den langen Abstieg zurück nach Imlil.
Unterwegs gönnten wir uns immer wieder frisch gepressten Orangensaft, bevor wir gegen 17 Uhr wieder in Imlil ankamen. Dort wurden wir herzlich von meinem Mann und Said empfangen.
Eine kurze, aber intensive Tour
Das Atlasgebirge ist ein wunderschönes und besonderes Wandergebiet mit unglaublich freundlichen Menschen. Jeder, der gerne wandert, sollte diese Region einmal erleben. Es muss nicht zwingend der Gipfel des Jbel Toubkal sein – die gesamte Gegend ist für Wanderer absolut empfehlenswert.
Wie viele wissen, ereignete sich am 09.09.2023 ein schweres Erdbeben in Marokko mit dem Epizentrum im Atlasgebirge. Wir hoffen sehr, dass bald wieder viele Menschen dorthin reisen, damit die Region sich erholen kann.





















